Endlich der erste Sieg gegen Vaduz – Barnetta mit erstem Tor nach Comeback

Vor 12'474 Zuschauern gelingt dem FC St.Gallen 1879 endlich der erste Super League-Sieg gegen den FC Vaduz. Haggui und Barnetta vom Penaltypunkt treffen.

Tranquillo Barnetta
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Was für ein Fussballabend im kybunpark! Mit dem 2:0-Sieg gegen Vaduz hat der FCSG vier Runden vor Schluss nun elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten Vaduz und das mit einem viel besseren Torverhältnis als die Liechtensteiner. An der Medienkonferenz liess sich die Situation auch auf den Gesichtern der beiden Trainer ablesen. Giorgio Contini strahlte nach sechs Punkten aus zwei Spielen über das ganze Gesicht, während Roland Vrabec mit bedrückter Miene in seinen Stuhl versank.

Contini wollte seinen Nachfolger in Vaduz mit einem 4-3-3 überraschen. Vor der Viererkette, die schon in Lausanne dicht hielt, spielten Toko, Salihovic und Barnetta als Sechser. Ein System, welches Contini in der Vergangenheit auch schon erfolgreich gegen den FCSG angewandt hatte. Doch sein Team habe sich erst an dieses System gewöhnen müssen, erkannte auch Contini nach dem Spiel. Zu Beginn harzte es mit der Umsetzung und Vaduz kam durch aggressives Pressing in den ersten Minuten gleich zu mehreren Chancen.

Doch nach und nach kamen die Grün-Weissen besser ins Spiel, das letzte Zuspiel war aber oft ungenau, so dass Siegrist nicht viele heikle Momente zu bewältigen hatte. Auf der anderen Seite blieben auch die Vaduzer nach ihrem Startfurioso eher blass und ungefährlich, so dass auch Lopar nicht ernsthaft geprüft wurde.

In der 28. Minute - die Gäste hatten schon drei - trat Barnetta erstmals einen Eckball. Einzig Ajeti stand im Fünfmeterraum. Aleksic, Gelmi und Haggui lauerten an der Strafraumgrenze und stürmten bei der Ausführung vor das Tor. Haggui konnte seinen Bewacher Avdijaj abschütteln und mit dem Knie das 1:0 erzielen. Damit waren die 12'474 Zuschauer im Stadion endgültig geweckt. In der 36. Minute hätte Aratore beinahe das 2:0 erzielt, doch der Ball kullerte knapp am Tor vorbei. Auch Ajeti hatte kurz vor der Halbzeitpause noch eine gute Chance, doch sein Schuss landete im Aussennetz.

Nach der Pause blieb der FCSG am Drücker. Einen Aleksic-Hammer in der 48. Minute konnte Siegrist nur abprallen lassen, doch Ajeti konnte daraus keinen Profit schlagen. Und eine Minute später - es regente inzwischen ziemlich stark - rutschte Aratore im dümmsten Moment im Strafraum aus, als er von Ajeti angespielt wurde.

In der Folge wurde Vaduz ein wenig stärker und kam zu mehr Chancen. Contini reagierte mit einem Doppelwechsel darauf, brachte Buess für Ajeti und Tafer für Aleksic. Damit wurde aus dem 4-3-3 ein 4-1-4-1. In der 66. Minute sprang der Ball nach einer Aratore-Flanke Konrad an den Arm, doch Schiedsrichter Bieri taxierte das nicht als absichtliches Handspiel.

Elf Minuten später passierte die nächste Hand-Szene im Strafraum. Barnetta trat den sechsten Eckball, am ersten Pfosten bedrängte Haggui Grippo, und der spielte den Ball mit der Hand. Diesmal konnte Alain Bieri nicht mehr anders, als auf den Punkt zu zeigen. Tranquillo Barnetta schnappte sich den Ball - und hämmerte ihn sicher unter die Latte. Nach seinem zu Unrecht aberkannten Tor im zweiten Rückrundenspiel gegen Lausanne gab es wohl keinen im Stadion, der Barnetta diesen Treffer nicht von Herzen gegönnt hätte.

Das war die Entscheidung in diesem Spiel, weil Vaduz sich zwar nicht aufgab, aber nicht mehr zu einer Reaktion fähig war. Der erste Dreier gegen die Liechtensteiner war somit nach 93 Minuten Tatsache. Und es war natürlich eine spezielle Affiche, dass ausgerechnet Giorgio Contini diese verflixte Serie durchbrechen konnte. (man)

Quelle: www.fcsg.ch