Barnetta mit Sieg-Tor im kapitalen Heimspiel gegen Sion

Tranquillo Barnettas Knaller kurz vor Spielende bringt dem FC St. Gallen den Sieg und lässt den Kybunpark vollends zum Hexenkessel werden.

Tranquillo Barnetta
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Der absolute Wahnsinn! Das Heimspiel gegen den FC Sion entschädigt die 13'178 Zuschauer für die letzten vier Heimspiele, die der FCSG nicht gewinnen konnte. St. Gallen schlägt die Walliser mit 2:1 und trifft ausserdem auch noch dreimal die Torumrandung.

Dabei war die erste Halbzeit nicht wirklich gut, wie auch Trainer Peter Zeidler nach dem Spiel zugeben musste. "Wenn wir mit 0:0 in die Pause gegangen wären, so wäre das glücklich gewesen", sagte er nach der Medienkonferenz im Gespräch mit den Journalisten. Doch nach der ersten Halbzeit hiess es nicht 0:0, sondern gar 1:0 für das Heim-Team. Denn Majeed Ashimeru spielte aus dem Mittelfeld einen Laserpass in den Lauf von Jérémy Guillemenot, und dieser verwertete die Steilvorlage eiskalt.

Vor allem um die 20. Minute herum hatten die Gäste zwei gute Tormöglichkeiten. Zuerst verpasste Ndoye mit seinem Kopfball nach einem Corner das Tor haarscharf (19.), und zwei Minuten später scheiterte Uldrikis nach einem Freistoss Kasamis ebenfalls per Kopf. In der 35. Minute klärte Milan Vilotic in extremis vor Kasami, und kurz danach rettete Dejan Stojanovic gegen Kasami. Ein Tor des FC Sion wäre sicher nicht unverdient gewesen.

Das kam aber gleich nach der Pause. Der eingewechselte Adryan nutzte einen Fehler in der St. Galler Hintermannschaft aus und erzielte drei Minuten nach Wiederbeginn den Ausgleich. Doch obwohl das Momentum nun auf Seiten der Sittener lag, ist der FC St. Gallen nicht eingebrochen oder nervös geworden. Im Gegenteil!

In der 52. köpfte Nuhu nach einem Barnetta-Freistoss den Ball wuchtig an die Latte. Sechs Minuten später glänzte Kutesa mit dem sensationellen Sturmlauf über das halbe Feld. Dann passte er ideal raus zu Guillemenot. Dessen Hereingabe landete bei Barnetta, ein Haken und St. Gallen's Nummer 10 schoss den Ball an den Pfosten - und von dort in die Arme Fickentschers. Und schliesslich in der 70. Minute ein toller Angriff über Guillemenot und Barnetta. Dieser passte links raus zu Kutesa, und der schlenzte den Ball an die Latte.

Oftmals bekommt derjenige ein Tor, wer sie vorne nicht macht, lautet eine Fussballerweisheit. Doch diesmal hatte der Fussballgott ein Erbarmen. In der 80. Minute flankte Jord Quintillà den Ball von links in den Strafraum. Vilotic stieg zum Kopfball hoch, verpasste aber den Ball, so dass dieser Tranquillo Barnetta vor die Füsse fiel. Und der fackelte nicht lang und haute aus spitzem Winkel einfach drauf. Und drin war das Ding! Was für ein Tor, was für ein Moment! Es war der Siegtreffer.

Obwohl damit der FC Sion nun in Barragenöten steckt - die Walliser sind vor dem nächsten Heimspiel gegen Xamax nur noch ein Punkt vor den Neuenburgern - liess es sich Christian Constantin in der Mixed Zone nicht nehmen, Tranquillo Barnetta herzlich zu umarmen und ihm zu seinem Treffer zu gratulieren. Der Präsident des FC SIon zeigte sich als fairer Verlierer und Sportsmann.

Während die beiden welschen Clubs wohl um Platz 8 kämpfen, dürfte der FCSG mit diesem Sieg endgültig gerettet sein. Gerade weil Sion und Xamax sich in der nächsten Runde gegenseitig Punkte wegnehmen. Grund genug, dass die Ostschweizer sich nun nach vorne orientieren und den Angriff auf die vorderen Plätze am nächsten Mittwoch in Lugano einläuten können. Die Tessiner liegen nun wieder einen Punkt hinter St. Gallen, während Thun und Luzern noch einen Punkt davor sind. Aber beide haben ein sehr schweres Restprogramm. Es bleibt alles möglich - aber nur noch nach vorne.

Quelle: www.fcsg.ch